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Sportliche Laufbahn

Es ging schon gut los. Am 02.Mai 1971, einem Sonntag, erblickte ich um 15:15 Uhr das Licht der Welt und brachte mit meinen 53 cm Körperlänge und stolzen 3625g gleich gute Voraussetzungen mit.

Meine Kindheit verbrachte ich in Magdeburg. Der Sport spielte in meiner Familie schon immer eine wichtige Rolle.

Schwimmen, Handball, Turnen – alles habe ich ausprobiert, aber meine wahre Leidenschaft galt schon früh der Leichtathletik.

Ich war 9 Jahre alt, als mich mein Daddy zu seinem ehemaligen Sportlehrer mitnahm und ich somit zu meiner ersten Leichtathletik Stunde in der BSG Motor Mitte Magdeburg kam. Wolfgang Skairys war der Trainer der ersten Stunde, dem ich viel zu verdanken und bei dem ich eine gute Grundausbildung in allen Lauf -,Sprung-, und Wurfdisziplinen genossen habe.

Mein Training war bis zu meinem 14. Lebensjahr sehr mehrkampforientiert. Auch wenn der Hochsprung und das Speerwerfen zunächst meine Lieblingsdisziplinen waren, mein eigentliches Potential lag im Ausdauerbereich.

Aus Spass wurde Ernst… Mit 14 Jahren kam ich in Magdeburg zur Kinder –und Jugendsportschule, wo von nun an mein läuferisches Talent konsequent gefördert wurde und ich mit den besten Sportlern des Bezirkes zusammen trainierte und zur Schule ging. Diese Zeit war sehr wertvoll in meinem Leben, denn hier wurde nicht nur gemeinsam trainiert und für die Schule gebüffelt, wir sind auch durch dick und dünn gegangen, hatten viel Spaß und viele schöne Erlebnisse zusammen. Dadurch sind tiefe Freudschaften entstanden, die ich bis heute nicht missen möchte.

Von da an reiften auch meine großen sportlichen Träume, selber mal bei einer Weltmeisterschaft oder gar Olympiade das Nationalmannschaftstrikot zu tragen. Ich habe immer sehr konsequent trainiert, um meine Ziele zu erreichen. Meine Stärke waren die langen Strecken. Mit viel Hingabe, Disziplin und harter Arbeit haben sich vom Crosslauf, über die 800m bis zu den 3000m schnell erste nationale Erfolge eingestellt. Mit 19 Jahren wechselte ich auf die längste Bahndistanz, die 10000m, und wurde auf Anhieb Fünfte bei den Juniorenweltmeisterschaften. Die Aussicht und Motivation, auch bei den Erwachsenen erfolgreich zu sein und die neuen Freiheiten, die sich mir in dieser Zeit im Zuge der deutschen Wiedervereinigung boten, trieben mich zu neuen persönlichen Höchstleistungen an. Bereits ein Jahr später schaffte ich völlig überraschend den Sprung in die Nationalmannschaft und fuhr 1991 als Jüngste im Team zu den Weltmeisterschaften nach Tokio. Von nun an war mir klar, dass ich meine nächsten Jahre noch mehr dem Laufen widmen möchte und ich war bereit, ein gewisses Risiko für meinen Traum einzugehen. Eine erste Konsequenz war, die gewohnte Umgebung zu verlassen und im 360 Km entfernten Dortmund ein neues sportliches Umfeld aufzubauen.

Große Träume, große Erfolge, schmerzliche Rückschläge…An Marathon war da noch lange nicht zu denken. 42,195 Km – das konnte ich mir partout nicht vorstellen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nachdem ich 1996 durch Verletzungen die komplette Saison canceln musste, war meine Enttäuschung so groß, dass ich dem Laufen gänzlich ade sagen wollte, um mich fortan voll auf mein Studium zu konzentrieren. Zum Glück hatte mich mein Freund, der als guter 400m Läufer selber in der Nationalmannschaft unterwegs war, vor dieser Entscheidung bewahrt. Ich habe zwar 1996 die Spikes an den Nagel gehängt und seit dem nie wieder Bahnwettkämpfe bestritten, aber ich habe mir auch eine neue Herausforderung gesucht und die hieß: MARATHON

Meine Leidenschaft… Seit 1997 bin ich nun mit Leib und Seele Marathonläuferin. 21 Marathonrennen habe ich mittlerweile bestritten, konnte 8 Siege bejubeln und schöne Erfolge feiern. 1998 habe ich mich entschieden, den Marathon professionell zu betreiben. Danach ist es ist mir gelungen, mich für alle internationalen Großereignisse zu qualifizieren. Höhepunkte waren sicherlich mein erster Sieg in meinem ersten Marathon in Houston/Texas, der Sieg beim Hannover Marathon mit meiner Bestzeit von 2:27,55h oder mein neunter Platz bei den Weltmeisterschaften in Sevilla, womit ich gleichzeitig das Olympiaticket für Sydney gelöst hatte. Aber ich habe auch lernen müssen, mit Rückschlägen umzugehen. Meine schwärzeste Stunde schlug ausgerechnet bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney, wo ich mir meinen großen Kindheitstraum verwirklichen wollte. Eine fiebrige Erkältung, die mich 2 Tage vor dem Olympischen Marathonfinale völlig lahm gelegt hatte, machte einen Start unmöglich und meinen großen Traum zunichte. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wieder aufstehen würde. Und so gab es neue Ziele, für die es sich hart zu arbeiten lohnte. 3 Siege beim Köln Marathon und der Sieg beim Tokio Marathon 2008 waren ein schöner Lohn - aber vor allem die Geschichte, die man mit jedem einzelnen Rennen verbindet, ist das eigentliche Besondere daran. Es ist eine großartige Erfahrung, sich ein Ziel zu setzen, hart und konsequent für den Tag X zu trainieren, sein Leben darauf auszurichten und dann sein Ziel zu erreichen.

Auch wenn sich für mich nicht alle Träume erfüllt haben, der Sport hat mir viel gegeben. Mir ging es immer darum, mit Freude und ehrlicher, harter Arbeit meine persönlichen Ziele zu erreichen, keine Ausreden gelten zu lassen und mein Bestes zu geben. Auch die Rückschläge und Misserfolge sind Teil des Erfolges, denn sie haben mich dazu gebracht, Neues dazuzulernen, neue Wege zu gehen und haben mir gezeigt, dass es sich lohnt, niemals aufzugeben.

Ich liebe das Laufen, habe Freude am Training und den Wettkämpfen, mein Körper ist fit und ich schätze es sehr, viele Menschen, Kulturen und Länder durch den Sport kennenzulernen. Heute freut es mich besonders, wenn ich mit meinen Erfahrungen auch andere Menschen unterstützen kann, ihre persönlichen Ziele zu erreichen.




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